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"Penthouse Asylanten" ist der Titel der heutigen Präsentation.
"Penthouse Asylanten" heißt auch die Installation, bei der Kevin A. Rausch schäbige Pappkameraden aus entleerten Koffern steigen lässt.
Gespenstisch, wie sich diese anonymen weißen Papiergestalten, die sich bei genauerem Hinsehen als Männer, Frauen und Kinder erweisen, unter das heutige Vernissagenpublikum mischen, unsere Blicke erwidern und auf uns Betrachtende nahezu verächtlich zurückstarren!
"Ich wollte die Verbindung zwischen Penthouse-Bewohnern und Asylanten untersuchen und begann zu recherchieren: was kostet beispielsweise ein Quadratmeter Teakholzboden, der wegen Unbrennbarkeit gerne in Penthäusern verlegt wird, und was kostet die Gesellschaft ein Asylant. Dieses gezielte Politikmachen auf dem Rücken von Asylanten und Außenseitern, wie es derzeit in österreich, aber auch in anderen Industriestaaten praktiziert wird, ist etwas was mich sehr aufbringt", sagt Kevin A. Rausch. Die Penthouse Asylanten sind Protagonisten einer Story, die von Verlust, Zerrissenheit, und Entwurzelung handelt, aber auch von Leben in überfluss, Sattheit und Langeweile. Vom trügerischen Gleichgewicht zwischen Habenden und Wollenden, das aus den Fugen gerät - so wie dies im Moment global zu passieren scheint.
Penthouse Asylanten sind letztlich auch Kevin A. Rauschs Leinwände und Grafiken, die im Falle des Erwerbs aus dem Kontext seines Ateliers in komfortable Wohn- und Arbeitsumgebungen Einzug halten werden. Rausch spart nicht mit ironischen Seitenhieben auf die Mechanismen des Kunstmarktes, die Oberflächlichkeit, die in die Rituale der Ausstellungs- und Galerienlandschaft Einzug gehalten haben und zu deren Teil er letztlich selbst geworden ist.

Penthouse Asylanten / Galerie Schloss Puchheim, Oö
Auszug/Eröffnungsrede von Maria Christine Holter (14.11.2008)